#DeutschlandNeuStarten

Forderungen der Deutschen Ernährungsindustrie

zur Bundestagswahl 2021

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Deutschland neu starten!

Deutschland muss als Standort für die Lebensmittelproduktion wieder fit gemacht werden! Wir brauchen Wirtschaftswachstum, das Wertschöpfung ermöglicht. Wir müssen Innovation und Technologie als Schlüssel für mehr Nachhaltigkeit begreifen. Und statt auf nationale Alleingänge sollten wir auf europäische Harmonisierung setzen. Bei den bevorstehenden Bundestagswahlen werden die Weichen gestellt. Die nächste Bundesregierung muss die Grundlagen für eine zukunftsfähige, nachhaltige und profitable Nahrungsmittelindustrie schaffen. Die Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie hat dafür einen Katalog mit essenziellen Forderungen aufgestellt, die unserer Branche jene Wachstumsimpulse geben können, die für einen kraftvollen Neustart unabdingbar sind.

Was ist Ihre Meinung? Teilen Sie unsere Forderungen, fehlen Ihnen wichtige Aspekte oder sehen Sie es grundlegend anders? Wir freuen uns über Ihren Kommentar unten auf dieser Seite.

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Innovativ und nachhaltig

1. Die Ernährungsindustrie für die Zukunft stärken

Die Ernährungsindustrie ist nach dem Absatzeinbruch während der Corona-Krise zu stärken. Die Unternehmen sollten so schnell wie möglich in die Lage versetzt werden, wieder in Nachhaltigkeit und Zukunftstechnologien investieren zu können. Dafür brauchen sie einen stabilen und verlässlichen Zugang zu Finanzmitteln. Gleichzeitig ist die unternehmerische Freiheit nicht unverhältnismäßig zu belasten und einzuschränken. Das sichert Arbeitsplätze und eine wettbewerbsfähige Nahrungs- und Genussmittelproduktion in Deutschland.

Bürokratie abbauen

2. Unternehmen entlasten

Die Bürokratiebremse ist konsequent umzusetzen. Öffentliche Verwaltung und Behördenprozesse müssen digitalisiert und synchronisiert, Kennzeichnungspflichten von Lebensmitteln EU-weit harmonisiert und vereinfachte Zulassungsverfahren im Lebensmittelbereich ermöglicht werden. Um einen doppelten Aufwand zu vermeiden, braucht es europäische Lösungen statt nationaler Alleingänge. Daher ist die „One-in, One-out”-Regelung auch für europäisches Recht zu initiieren.

Auf Augenhöhe

3. Mit leistungsfähiger Konkurrenz

Damit die Unternehmen der Ernährungsindustrie am Standort Deutschland wettbewerbsfähig bleiben, muss die Unternehmensbesteuerung modernisiert und die Digitalisierung gefördert werden. Es darf keine neuen fiskalischen Belastungen für Lebensmittel geben. Außerdem müssen innerhalb Deutschland die wettbewerbsrechtlichen Rahmenbedingungen der Lieferanten gegenüber dem Einzelhandel verbessern werden. So sind beispielsweise Lieferverpflichtungen im Hinblick auf Ernteausfälle durch den Klimawandel zu überarbeiten.

Innovationskraft

4. Kompass für die Zukunft

In der heutigen Zeit gibt es viele große gesellschaftliche Herausforderungen an die Ernährungsindustrie. Innovation ist ein wichtiger Schlüssel, um sich diesen Herausforderungen anzunehmen. Dafür müssen mehr Fördermittel bereitgestellt und die Digitalisierung vorangetrieben werden. Ein verstärkter Breitbandausbau im ländlichen Raum und ein praxistauglicher Datenschutz sind dabei nur zwei relevante Punkte. Außerdem ist eine übergreifende und abgestimmte Bioökonomiestrategie notwendig.

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Faire Regeln

5. Weltweiter Agrarhandel

Der Welthandel muss nach der Corona-Krise wiederbelebt und die Modernisierung der WTO fortgesetzt werden. Zur Stärkung des Exportgeschäftes und Öffnung neuer Märkte sind multi- und bilaterale Handelsabkommen sowie eine gezielte Exportförderung durch die Bundesregierung erforderlich. Darüber hinaus soll der Welthandel fairer und nachhaltiger werden.

Auch muss sichergestellt werden, dass handelspolitische Maßnahmen die hohen europäischen Standards nicht absenken oder der Wettbewerb verzerrt wird. Die Umsetzung und Anwendung aller handelspolitischen Instrumente muss koordiniert, die Zollabwicklung praxistauglich erfolgen und den Erfordernissen kleiner und mittelständischer Betriebe gerecht werden.

Die Energiewende

6. Bezahlbar gestalten

Bereits jetzt ist absehbar, dass der Energieeinsatz zur Herstellung von Nahrungsmitteln die Unternehmen in Zukunft mit immensen Mehrkosten belasten wird. Die Energiewende hin zu mehr Nachhaltigkeit ist notwendig, muss aber bezahlbar bleiben. Es ist deshalb erforderlich, diese Entwicklung in einem geeigneten Übergangszeitraum mit staatlichen Maßnahmen zu flankieren. Es braucht eine finanzielle Förderung und Entlastungen, damit auch zukünftig eine ausreichende industrielle Nahrungsmittelproduktion in Deutschland und damit die Versorgung der hiesigen Bevölkerung gesichert bleibt.

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Weniger Müll

7. Mehr Recycling

Verpackungen für Lebensmittel und Getränke sind kein Selbstzweck. Sie erfüllen wichtige und unverzichtbare Aufgaben, zum Beispiel beim effektiven Produktschutz, Lagerung und Transport sowie der Vermittlung von verbraucherbezogenen Informationen. Damit leisten sie auch einen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung.

In Deutschland gibt es ein gutes System für das Recycling von Verpackungen. Die Inverkehrbringer von Verpackungen leisten mit den Entgelten für die dualen Systemträger bereits heute einen wesentlichen finanziellen Beitrag, um eine hochwertige Verwertung der Behältnisse sicherzustellen. Hinzu kommt das effiziente Sammelsystem für pfandpflichtige Einweg-Getränkeverpackungen. Es braucht angepasste europarechtliche Rahmenbedingungen, um einen weitergehenden Einsatz von Rezyklaten in Lebensmittelverpackungen zu ermöglichen.

Nachhaltigkeit

8. Individuelle Lösungen

Nachhaltigkeitspolitik muss Verbindlichkeit, Rechtssicherheit und Planungssicherheit für Unternehmen herstellen und kohärent sein. Die Politik ist aufgefordert, Zielkonflikte zu lösen. Lebensmittelsicherheit hat dabei oberste Priorität. Objektive und wissenschaftlich valide Kriterien sind unabdingbar für eine angemessene Priorisierung der vielfältigen Nachhaltigkeitsziele und deren Umsetzung. Die Gestaltung nachhaltigerer Lebensmittelsysteme muss mit marktwirtschaftlichen Grundsätzen vereinbar sein – und zwar EU-weit einheitlich.

Nachhaltige Entwicklung ist auf innovative, wettbewerbsfähige und wirtschaftlich starke Unternehmen angewiesen, deren soziale Leistungen anerkannt und angemessen gewichtet werden. Es gilt sicherzustellen, dass auf dem Weg hin zu nachhaltigeren Lebensmittelsystemen die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe am Weltmarkt heute und in Zukunft gewährleistet bleibt.

Es gibt keine „one size fits it all“-Lösung, die für jedes Unternehmen bzw. jede Teilbranche gleichermaßen gilt. Stattdessen braucht es individuelle Lösungen.

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Landwirtschaft

9. Die kommenden Generationen rüsten

Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft ist es wichtig, dass eine sichere, nachhaltige und wettbewerbsfähige Rohstoffversorgung für die weiterverarbeitende Ernährungsindustrie gewährleistet werden kann. Es ist die Aufgabe der Politik, die Forschung und Entwicklung zu erleichtern, Akzeptanzen zu schaffen und negative Auswirkungen auf Rohstoffpreise, Lebensmittelsicherheit und verfügbare Rohwarenmenge und -qualität zu verhindern.

Zusätzlich muss es rechtsichere Regeln für „neue molekularbiologische Züchtungstechniken“ geben und es müssen wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um die Entwaldung aus den Lieferketten der globalen Agrarrohstoffe bis 2030 zu eliminieren.

Verbraucher befähigen

10. Statt bevormunden

Die Kaufkraft der privaten Haushalte ist zu stärken, um die Verluste der Lockdowns aufzuarbeiten. Dabei darf es keine Bevormundung und ideologisch begründete Konsumlenkung der Verbraucher geben. Stattdessen sind mehr Bildung und Aufklärung zu nachhaltigem Konsum und die Förderung von Ernährungskompetenzen vonnöten. Damit sind Fortschritte in nachhaltigen Produktionsmustern UND Konsummustern zu erzielen, denn: Ein verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln benötigt alle relevanten gesellschaftlichen Akteure vom Acker bis zum Teller.

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